Dämpfung der Immunreaktion bei Allergien

Angewandte Methoden: Moderne Verfahren der Hypnosetherapie.

Mindestens jeder Fünfte ist gegen irgendeine Substanz allergisch, die Tendenz ist steigend. Verbreitet sind insbesondere die allergische Rhinitis (Heuschnupfen) und das Bronchialasthma, hervorgerufen durch das Einatmen von Pollen oder allgemein eher harmlosen Substanzen. Andere reagieren allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel oder bekommen Hautausschläge oder einen allergischen Schock nach der Verabreichung von Medikamenten. Wiederum andere reagieren übermäßig stark auf Insektenstiche.

Die Allergie auslösenden Substanzen - sogenannte Allergene - rufen je nach Art und Ort im Körper unterschiedliche Symptome hervor. In den oberen Luftwegen kommt es zum Niesen, die Nase ist entweder triefend oder verstopft. In den unteren Luftwegen können sich hingegen die Bronchien verengen oder verschleimen, was asthmatische Symptome hervorrufen kann. Reaktionen des Magen-Darmtraktes sind Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen oder Durchfall. Eine gefährliche Reaktion ist de sogenannte anaphylaktische Schock, bei dem das Allergen über die Blutbahn transportiert wird und die normalen Körperfunktionen empfindlich stört, was im Extremfall zum Tode führen kann.

Wie entsteht nun eine Allergie? Die erste Stufe ist die sogenannte Sensibilisierung, die bereits durch einen einmaligen Kontakt mit dem Allergen ausgelöst werden kann. Im Organismus verschlingen die Makrophagen (Freßzellen) den Fremdstoff und zerlegen ihn in Stücke. Diese Fragmente werden auf der Zelloberfläche präsentiert. Weiße Blutkörperchen, die in der Lage sind, die Bruchstücke zu erkennen, die sogenannten Helfer-T-Lymphocyten, binden sich daran und schütten bestimmte chemische Substanzen aus, wodurch B-Lymphocyten zu Plasmazellen ausreifen, die über mehrere Stadien Antikörper - schließlich auch die sogenannten IgE-Antikörper - produzieren.

Dieser Vorgang kann einige Tage oder sogar Wochen dauern. Das Allergen ist dann oft schon nicht mehr zugegen und eine Reaktion bleibt somit bei der ersten Begegnung aus. Die Information wird aber über Moleküle - die IgE-Antikörper - an zwei Arten von Immunsystemzellen weitergegeben, zum einen an die sogenannten Mastzellen, die sich im Körpergewebe und in Zellschichten ansiedeln, die mit der Außenwelt Kontakt haben, d.h. auch in den Atemwegen und im Magen-Darm-Trakt. Ferner binden sich die IgE-Antikörper an die basophilen Granulocyten - kurz Basophile genannt. Diese reifen zu weißen Blutkörperchen aus, die im Blutstrom zirkulieren. Über Monate bis Jahre hält die Bereitschaft der Mastzellen und Basophile an, bei einem Kontakt mit dem Allergen aktiv zu werden, d.h. eine anhaltende Immunaktivität ist entstanden.

Bei der zweiten Begegnung mit dem Allergen kommt es dann zu einer verstärkten Reaktion: Die Mastzellen setzen darauf hin symptomverursachende Stoffe frei, die als allergische Mediatoren bezeichnet werden. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Gruppe von Mediatoren ist das sogenannte Histamin:Es verengt die Brochien (Atemnot), erweitert die Blutgefäße (lokale Rötungen) und macht sie durchlässiger (lokale Gewebsschwellung), reizt Nervenendigungen (Hautjucken, -brennen) und stimuliert die Schleimabsonderung in den Atemwegen (die Atemwege werden verstopft).

Läuft die Allergie in das chronische Stadium, dann locken die Mastzellen weitere Zellen des Immunsystems aus dem Blutkreislauf in das Gewebe. Diese sondern dann Substanzen ab, die dafür sorgen können, dass Symptome anhalten und sich verschlimmern, was zu dauerhaften Schädigungen des Gewebes führen kann.

Die medizinische Forschung hat verschiedene Mittel entwickelt, um gegen die Überreaktion des Immunsystems vorzugehen. So kann mit der Methode der Hyposensibilisierung (auch Desensibiliserung) die allergische Rhinitis und Asthma gemildert werden, sowohl bei der Pollenallergie als auch bei Allergenen der Hausstaubmilbe. Ein vollständiger Schutz entsteht hierbei aber selten. Antihistaminika erweisen sich meist als wirksam und gelten als Standardtherapie.

Bei der Therapie von Asthma werden meist Bronchodilatatoren als Arzneimittel eingesetzt, die die akuten Symptome zwar lindern, aber die zugrunde liegende Entzündung wahrscheinlich nicht beeinflussen. Hierfür wurden zunächst Corticosteroide eingesetzt, die jedoch unangenehme Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Osteoporose und Magen-Darm-Geschwüre hervorrufen. Inzwischen hat man Mittel gefunden, die die Wirkung der Mediatoren beeinträchtigt oder blockiert.

Hier ist nicht der Platz, um auf alle Arten von Allergie und ihrer medizinischen Behandlungsmöglichkeiten einzugehen. Tatsache ist aber auch, dass das Immunsystem und seine Reaktionen nicht nur chemischen Einflüssen unterliegen. Auch psychische und soziale Einflüsse können eine Rolle spielen. Bekannt ist zum Beispiel, dass schädlicher Stress in all seinen möglichen Varianten -und dies ist insbesondere bei Dauerbelastungen der Fall, denen gegenüber man sich mehr oder weniger hilflos fühlt - die Immunabwehr erheblich schwächen kann.

Andererseits kann auf psychischem Wege, je nach Erfordernis, auch eine Stärkung, Dämpfung oder Regulation des Immunsystems bewirkt werden, nämlich mit den Mitteln moderner Hypnosetherapie, die in der Lage ist, Ressourcen zu aktivieren und indirekt über Steuerungsvorgänge im Gehirn auf das Immunsystem einzuwirken. Im Falle einer Allergie kann die Hypnose dafür sorgen, dass durch eine Dämpfung des Immunsystems allergische Überreaktionen milder bis wesentlich milder ausfallen oder - im glücklichsten Fall - sogar ganz ausbleiben. Wie mit Hilfe der Hypnose bei der Allergiebehandlung mit dem einzelnen Patienten verfahren wird, ist allerdings von unterschiedlichen Faktoren abhängig, die mit seiner persönlichen Situation, seinem Leidensdruck und seinem Gefährdungspotenzial zu tun haben. Auf jeden Fall sollte vor Aufnahme der Hypnosetherapie bereits eine medizinische Diagnose erfolgt sein und eine Behandlung eingeleitet sein. Medizinische Behandlung und Hypnosetherapie konkurrieren nicht um den Behandlungserfolg - sie ergänzen einander.