Burn-Out / Stressmanagement

Burn-Out

Angewandte Methoden: Gestalttherapie und moderne Verfahren der Hypnosetherapie (auf Wunsch mit unterstützender Aromatherapie), Stressmanagement (s.u.).

Durch ständig wiederholte bis andauernde emotionale Belastung im Beruf bei einer gleichzeitig auftretenden stufenweisen Enttäuschung und Frustration kann auf Dauer das Gefühl eines inneren Ausgebranntseins entstehen: Der/die Betreffende erlebt ein sogenanntes Burnout-Syndrom. BURISCH (1989) unterscheidet hierbei über den Verlauf sieben Phasen: Die Warnsymptome in der Anfangsphase sind gekennzeichnet durch ein vermehrtes Engagement bei gleichzeitiger Erschöpfung. Bereits in der zweiten Phase reduziert sich das Engagement, die betreffende Person ist desillusioniert, neigt zu Schuldgefühlen, meidet zunehmend Kontakte, verliert ihr Einfühlungsvermögen in andere Menschen, neigt zu Zynismus, etc. Die dritte Phase ist gekennzeichnet durch emotionale Reaktionen (Aggression ebenso wie Depression) und Schuldzuweisungen, in der vierten setzt ein Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Motivation und der Kreativität ein. In der fünften Phase kommt es zu einer Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens und in der sechsten Phase treten schließlich psychosomatische Beschwerden auf. Am Ende (siebte Phase) bleibt ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Sinnlosigkeit und existenziellen Verzweiflung, u.U. mit Suicidabsichten.

Besonders oft betroffen vom Burnout sind die helfenden Berufe wie Psychotherapeuten und Ärzte, aber auch der Lehrerberuf ist empfänglich für dieses Syndrom. Am Anfang des Berufslebens stehen oft ein ausgeprägter Idealismus, Pflichtbewusstsein und ein herausragendes Engagement, das bis zur Aufopferung gehen kann. Eigene Bedürfnisse werden hintenan gestellt. Die Enttäuschung über den Mangel an Möglichkeiten und Anerkennung wird zunächst negiert. Der Ambivalenzkonflikt zwischen überzogenem Engagement und Durchhaltewillen bei gleichzeitiger Resignation und verbittertem Rückzug wird oft noch nicht einmal bewusst wahrgenommen oder erlebt.

In der Therapie werden zum einen Techniken vermittelt, die helfen sollen, die Erschöpfungszustände zu lindern und schließlich aufzulösen. Im Extremfall - wenn das Burnout-Syndrom bereits fortgeschritten ist - ist im Vorfeld eine Kur zu beantragen. Arbeitgeber und (Ehe-)Partner sind ggf. einzubeziehen, um ein Verständnis für das Erfordernis von notwendiger Unterstützung und Rücksichtnahme zu erreichen.

Zum anderen bekommt der Patient in der Therapie die Gelegenheit, Einstellungen und Strategien zu entwickeln, um im Arbeitsalltag mehr Zufriedenheit mit sich, seiner Arbeit und seinen Mitmenschen zu erreichen und sich vor einer erneuten Selbstausbeutung zu schützen.

 

Stressmanagement

Angewandte Methoden: Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation), Kognitive Umstrukturierung, Erarbeiten von aktiven Bewältigungsstrategien und die Anwendung moderner Verfahren der Hypnosetherapie

Es gibt eine natürliche Stressreaktion, die dem Selbsterhalt des Organismus in Gefahrensituationen dienen soll. Sie ist angelegt für ein Leben in der "Wildnis" - für ein Leben außerhalb der heute anzutreffenden zivilisatorischen Zustände. Sah sich z.B. ein "Steinzeitmensch" einer Gefahr in Form eines wilden Tieres gegenüber, so wurde die sogenannte Flucht-Kampf-Reaktion (flight-fight-response) eingeleitet: Nachdem der Mensch die Gefahr erkannt hat, werden diese Informationen zum Mittelhirn weitergeleitet. Dort wird das Angstgefühl ausgelöst (Limbisches System, Mandelkern).

Der Sympatikusnerv reizt darauf hin das Mark der Nebenniere und Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet, was zu einer Anregung des Herz-Kreislaufsystems führt. Der Blutdruck erhöht sich, der Herzschlag wird beschleunigt, d.h. die roten Blutkörperchen, deren Zahl gleichzeitig drastisch erhöht wird, können die Muskeln schneller mit Sauerstoff versorgen. Gleichzeitig werden Zucker- und Fettreserven für die Muskeln bereitgestellt, um besser kämpfen oder fliehen zu können. Die Blutgerinnungsfaktoren steigen, um im Falle von Verletzungen eine raschere Wundheilung einzuleiten.

Zurück zum Mittelhirn: Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse), ein etwa erbengroßes Organ, hat dort ebenfalls ihren Sitz. Sie dient dazu, Botenstoffe zu produzieren und auszuschütten, die gezielt Hormonkreisläufe in Gang setzen. In diesem Fall schüttet sie ACTH aus, dieser Botenstoff bewirkt, dass die Nebennierenrinde Cortisol freisetzt. Dadurch werden der Verdauungsprozess, die Immunabwehr und die Sexualfunktion vorübergehend ausgeschaltet, damit alle Energie auf die Begegnung mit der Gefahr konzentriert werden kann.

Bei der natürlichen Stressreaktion werden die aktivierten Stoffe durch die Handlung entweder des Kampfes oder der Flucht genutzt und aufgebraucht. Der moderne Wohlstandsmensch neigt zu Stressreaktionen jedoch häufig in Situationen, die einen solchen Abbau nicht oder nur minimal ermöglichen: Er regt sich über jemanden auf, der ihm die Vorfahrt nimmt, die Muskelaktivierungen sind jedoch spärlich: Ein Tritt auf die Bremse, Grimassenschneiden und vielleicht noch der Druck auf die Hupe oder eine Drohgebärde. Wenn es jemand eilig hat, kann jede rote Ampel den Spiegel an Adrenalin allmählich höher steigen lassen.

Auch in einer Prüfungssituation werden die Stresshormone aktiviert, es ist aber weder sinnvoll, mit dem Prüfer zu "kämpfen" noch aus der Situation zu "fliehen". Wenn jedoch zu viel Adrenalin ausgeschüttet wird, führt dies in der Prüfungssituation zu einer Denkblockade, dann kann Lernstoff, den man bereits "gut drauf" hatte, in der Situation plötzlich nicht mehr erinnert werden. Diese Prüfungsängste lassen sich mit Hilfe der Methode der Kognitiven Umstrukturierung, mit Entspannungsverfahren, Selbsthypnose und anderen Techniken erfolgreich bewältigen.

Gesundheitliche Schäden entstehen bei Dauerstress, wenn dem Körper die nötigen Erholungsphasen fehlen:Die unverbrauchten Fettsäuren werden nach und nach in Cholesterin umgewandelt und in die Gefäßwände eingebaut, was langfritig die Arteriosklerose beschleunigt. Die erhöhten Blutgerinnungsfaktoren erhöhen zusätzlich die Trombosegefahr. Durch die weitere Keislaufbelastung erhöht sich das Risiko zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der Magen wird zu erhöhter Salzsäureproduktion angeregt, wenn man ständig "sauer" ist, können bei einer entsprechenden Veranlagung Magen- oder Darmgeschwüre auftreten. Durch die drastische Reduktion der Immunabwehr wird der Organismus anfälliger für Infekte und krebsartige Erkrankungen.

Durch die Teilnahme an einem Stressmanagement (Einzeln oder in Seminarform) erfährt man, wie man sich dem schädigenden Einfluss von Stress zu entziehen vermag, indem man durch Körpertraining gelassen und entspannt bleibt (Atem- und Entspannungstechniken, Selbsthypnose), für sich persönlich geeignete aktive Bewältigungsstrategien erarbeitet (z.B. wie lerne ich "Nein" zu sagen und Grenzen zu setzen, wie strukturiere und optimiere ich meine Zeitabläufe), stressauslösende Situationen zum eigenen Nutzen zu bewerten, u.a.m.