Gestalttherapie – Das Vorgehen

Im Erstkontakt erfahre ich von Ihnen, warum Sie in die Therapie gekommen sind. Der Grund können aktuelle Beschwerden sein, unter denen Sie vielleicht schon länger leiden. Eventuell möchten Sie sich aber einfach nur persönlich weiter entwickeln und wachsen. Auf jeden Fall werden wir gemeinsam zu Beginn ihre Ziele klären, Sie werden einen Auftrag an mich formulieren, um festzuhalten, was Sie am Ende der Therapie für sich erreicht haben wollen.

Zu Beginn der therapeutischen Arbeit wird der Schwerpunkt mehr auf der Diagnostik liegen, was dazu dient, dass Sie und ich mehr über die Einzigartigkeit Ihrer Person und ihrer gegenwärtigen Situation erfahren. Auch während der Therapie wird es immer wieder diagnostische Erkenntnisse geben. Auf der anderen Seite werden Sie vermutlich durch die diagnostischen Erkundungen zu Beginn schon eine Veränderung ihrer Sichtweise bemerken, weil Sie nun bereits einen erweiterten Blickwinkel für die Zusammenhänge bekommen.

Die Entwicklung einer bewussten Wahrnehmung ist denn auch der Beginn eines laufenden Veränderungsprozesses. Mit einer neuen Sichtweise der Dinge wird voraussichtlich bei Ihnen ein Bedürfnis nach Veränderung entstehen. In der Therapie werden Sie sich darüber klar, wo Sie sich hinbewegen wollen und wie Sie dies erreichen können. Dabei experimentieren und erproben Sie während der Therapie neue Verhaltensweisen in einem „geschützten Raum“, bevor Sie daran gehen, dass, was sich in Ihren Augen bewährt hat, nach Außen zu tragen.

Für den Verlauf und den Einsatz von Techniken ist in erster Linie der Prozess entscheidend, wobei sich die aktuellen Themen wie Gestalten, die sich eine nach der anderen aus dem Grund erheben, wie an einem Roten Faden entlang in Richtung auf das Ziel bewegen. Wesentliches ergibt sich aus der Bewusstheit im direkten Kontakt und in der Begegnung zwischen Ihnen und mir. Zum Beispiel kann eine unbewusste Handbewegung während des Gesprächs schon den Ausschlag geben, eine Spur auszunehmen und zu verfolgen. Zahlreiche sogenannte kreative Materialmedien (Wachsmalstifte, Ton, Bauklötze, Bildmaterial, etc.) ermöglichen es Ihnen, – frei von Bewertung der Leistung – sich auf eine Weise auszudrücken, die über die gewohnte sprachlich-rationale Ebene hinausgeht. So werden sich Ihnen neue Wege des Wahrnehmens, des Denkens und des Handelns erschließen, indem innere Muster zutage gefördert werden, die Ihnen bisher in dieser Art nicht bekannt waren.